Peter Oppliger

Der Tee-Philosoph

Peter Oppliger wurde 1940 im Zeichen des Löwen geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Zofingen. Nach seiner Ausbildung zum Drogisten absolvierte er in Neuenburg sein Studium zum dipl. Drogist ESD. In der Leuchtenstadt Luzern erwarb und führte er die Hertenstein-Drogerie und gründete – nach dem Bahnhofbrand im Jahr 1971 – die Bahnhof-Drogerie-Apotheke AG. Gleichzeitig bildete er sich zum Spezialisten für Naturheilkunde, Homöopathie und Phytotherapie weiter. An der East West Foundation in Boston liess er sich zudem zum Ernährungsspezialisten ausbilden. Peter Oppliger ist auch Gründer der naturhistorischen Einrichtung im Freilichtmuseum Ballenberg. Als Dozent für Naturheilkunde unterrichtete er an verschiedenen Institutionen, und als Autor verfasste er mehrere Bücher und Lehrmittel (siehe Bibliografie).

 

Auf der Suche nach der Wahrheit …

… fuhr der junge Peter Oppliger 1964 mit einem alten Chevrolet nach Indien. Dort verbrachte er längere Zeit bei einem Swami (Hindu-Mönch) und entdeckte dabei zwar nicht die Wahrheit, dafür aber seine Liebe des Lebens: Die Teepflanze (Camellia sinensis)! Anfänglich war das noch Schwarzer Tee, den er auf ehemaligen englischen Teeplantagen kennenlernte – doch als Peter Oppliger später schliesslich im Teeland Japan ankam, passierte Einschneidendes. In Japan kennt man nur den Grünen Tee – das weckte die Neugier, das Interesse und die – bis heute ungebrochene – Leidenschaft Peter Oppligers. Für den Spezialisten der Phytotherapie wurde die Teepflanze zur faszinierendsten Heilpflanze. Er kam in Kontakt mit dem japanischen Krebsforschungs-Institut, zu dessen damaligem Direktor Prof. Dr. Fujiki er bis heute regen Kontakt pflegt. Peter Oppliger beschliesst in der Folge, Grüntee aus Japan in die Schweiz zu importieren. Dies zu einer Zeit notabene, als man Grünen Tee in der Schweiz noch als Exklusivität handelte.

 

Sein erstes Buch «Der Grüne Tee» avancierte – mit über 100 000 verkauften Exemplaren – zum Bestseller und wurde in vier Sprachen übersetzt. Immer tiefer wurden seine Kenntnisse, immer umfangreicher sein Wissen über die gesundheitlichen Aspekte des Grünen Tees. Das führte dazu, dass er sogar zwei Mal im japanischen Fernsehen auftreten durfte, um der grössten Grüntee-Nation der Welt zu erklären, weshalb ihn die Teepflanze camellia sinensis (siehe Grüner Tee)fasziniert. Als einziger europäischer Referent wurde Peter Oppliger von der japanischen Regierung im Jahr 2010 zum Welt-Tee-Symposium eingeladen.

 

Vom Ballenberg zum Berg der Wahrheit

Nach seinem Rückzug aus seinem Berufsleben als Inhaber der Luzerner Bahnhof-Apotheke stand der mittlerweile 66-jährige Peter Oppliger wieder einmal vor einem Berg. Wie in jüngeren Jahren, als er auf dem Ballenberg die Naturhistorischen Einrichtungen gründete. Nur war es diesmal der Berg der Wahrheit – der Monte Verità oberhalb Asconas sollte fortan seine neue Wirkungsstätte werden. Nachdem ein erstes Experiment mit einer Versuchsplantage mit rund hundert Teepflanzen auf den Brissago-Inseln äusserst erfolgreich verlief, wurde ihm vom Kanton Tessin auf dem Monte Verità Land und ein baufälliges Haus für die erste offizielle Grüntee-Plantage in Europa zur Verfügung gestellt. Peter Oppliger nahm die Herausforderung an und 2005 wurde eine erste Ernte erfolgreich zu einer kleinen Menge Grüntee verarbeitet. Aus dem baufälligen Haus entstand ein japanisches Teehaus, die «Casa del Tè Monte Verità».

 

Der Weg zum Tee-Philosophen

Auf dem Monte Verità zeigte Peter Oppliger bis zu 5000 interessierten Besuchern pro Jahr, wie der Teeanbau und die Produktion funktionieren. Auf einem nach japanischer Philosophie angelegten Teeweg führte er Besucherinnen und Besucher durch alle Stationen der japanischen Teekultur. Bis ins Teehaus, wo er regelmässig auch Teezeremonien organisierte und ein kleines Laboratorio einrichtete. Und als dann der erste Journalist oben auf dem Berg ankam und von Peter Oppliger wissen wollte, wie er seinen Beruf denn bezeichnen würde, musste er erst Mal überlegen.«Tee-Philosoph», sagt er dann nach ein paar Momenten. Denn in einem 120-jährigen Buch des japanischen Tee-Spezialisten Okakura Kakuzo las er einmal den folgenden Satz: «Menschen, die sich intensiv mit Tee beschäftigen, sind Tee-Philosophen».

 

Genau das ist Peter Oppliger bis heute. Und wahrscheinlich war er das bereits, als er sich zum ersten Mal für den Grünen Tee begeisterte.

 

Autor: Dany Bucher – ein Freund, der die Aktivitäten Peter Oppligers seit vielen Jahren miterleben darf.

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